Franz Schubert zum
225. Geburtsjahr

So, 24.07.2022 - 19:00 - Dr.-Sieber-Halle

 

Sinfonie „Die Unvollendete“

Messe Es-Dur

Aus „Die Winterreise“:

  • Gute Nacht
  • Der Lindenbaum
  • Der Leiermann

An die Musik

*** *** ***

Heidelberger Kantatenorchester

5 GesangssolistInnen

Werner Freiberger, Klavier

Vokalensemble Sinsheim

Dirigent: Erwin Schaffer

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Franz Schubert wurde nur 31 Jahre alt, sein Œuvre aber ist riesig, da er nichts anderes sein wollte als Komponist: „…ich bin für nichts als das Componieren auf die Welt gekommen." Er schuf über 600 Kunstlieder, Sinfonien, zahlreiche Klavier- und Kammermusik, sowie Chormusik in weltlicher und geistlicher Ausprägung und vieles mehr. Dass er zu Lebzeiten keine großen Erfolge hatte, lag nicht daran, dass man die Genialität seines kompositorischen Geistes nicht erkannt hätte, sondern an seiner Abneigung, die Öffentlichkeit zu suchen, zudem konnte und wollte er sich nicht mit Kirche und Staat arrangieren. Geld hatte er keines, nicht mal ein eigenes Klavier, außerdem plagten ihn ständig gesundheitliche Probleme. Allein im engen Freundeskreis blieb er aufgehoben und erfuhr Anerkennung.

Schuberts Geburtsjahr von 1797 liegt in der klassischen Epoche (Beethoven ist da 27 Jahre alt, und schließlich er überlebt diesen lediglich um ein Jahr), aber er vollzieht mit seiner Kunst den entscheidenden und begründenden Schritt in die musikalische Romantik. Sein Rang in der Musikgeschichte ist deshalb einzigartig und unbestritten. Unser Konzert will mit der Programmauswahl etwas von dieser Stellung Schuberts wiedergeben und auch etwas davon aufzeigen, das den ganzen Menschen Franz Schubert erkennen lässt.

Seine Messe Es-Dur komponierte er in seinem letzten Lebensjahr (1828): ein großes, helles, feierliches Amt voller Hingabe und Glaube an die göttliche Ordnung und Erlösung. Dass Schubert aber sein Schicksal vor Augen hatte und trotz aller kompositorischer Schaffenskraft in der Hoffnung auf ein besseres Leben sein Ende spürte, entfaltet sich in einem gewaltigen nach innen gewandtem Ausbruch. Ein Jahr vor seinem Tod schrieb er den Liederzyklus „Die Winterreise“, Seelenzustände eines Wanderers, der einen schmerzvollen, einsamen Weg zu gehen hat und am Ende nichts als Erstarrung findet.

Bereits im Jahr 1822 komponierte Schubert eine Sinfonie, die nur in zwei Sätzen überliefert ist und deshalb als „Die Unvollendete“ in die Musikgeschichte einging: ein rätselhafter Torso in der bis dahin bei Sinfonien völlig ungewöhnlichen Tonart h-Moll und einem Beginn, dessen düstere und bedrohliche Klänge sich erst nach und nach in eine hellere Atmosphäre emporwinden, die aber trotzdem immer trügerisch bleibt.

Franz Schubert ein an den Lebensumständen Gescheiterter? Sicherlich ist er in diesem Sinne nicht ein vom Schicksal begüterter und geförderter Mensch gewesen. Dabei dürfte auch seine Stellung beim Übergang von der klassischen Epoche zur romantischen mit der Neuorientierung des künstlerischen und menschlichen Selbstverständnisses eine kausale Rolle gespielt haben. Unbestritten sind seine musikalischen Ausprägungen und Wirkungen auf seine Nachfolger, die bisweilen in die Spätromantik hineinscheinen. Dass er sein Leben vollkommen und unabdingbar der Kunst unterordnete, war für ihn Segen und schmerzliches Schicksal zugleich. Letztendlich aber schließen wir unser Programm mit seinem Lied „An die Musik“: ein Hohelied an die Kunst, die ihn aus des „Lebens wildem Kreis“ herauslöst und ihn „in eine bess’re Welt entrückt“.

 

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